Wenn es darum geht, ein Finanzierungskonzept für den Bau oder Kauf einer Wohnimmobilie zu erstellen, sollten auch öffentliche Förderprogramme in den Blick genommen werden. Jeder Euro, der hierüber bezogen werden kann, reduziert die finanzielle Belastung. Förderprogramme werden von den einzelnen Bundesländern, der Kreditanstalt für Wiederaufbau, vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie zahlreichen Kommunen aufgelegt. Aufgrund der Vielzahl der Angebote beschränken wir uns auf Förderprogramme der Bundesländer. Ein weiterer Artikel behandelt sehr ausführlich die Fördermöglichkeiten durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Aufgrund der Fülle der unterschiedlichen Förderprogramme werden hier nur einige von ihnen beispielhaft beschrieben.

Wohnungsbauförderung in Baden-Württemberg

Das Land Baden-Württemberg hat seine Wohnungsbauförderung für private Bauherren in mehrere Bereiche aufgeteilt.

  • Das Land fördert Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind durch einen zinsgünstigen Kredit beim Bau oder Kauf einer Wohnimmobilie oder bei Umbau- oder Erweiterungsmaßnahmen, die der Schaffung von neuem Wohnraum dienen. Dabei sind jedoch Einkommensgrenzen einzuhalten: Haushalte dürfen über positive Einkünfte von bis zu 200.000 Euro verfügen, für Alleinerziehende gilt eine Höchstgrenze von 100.000 Euro. Der Nachweis wird mit der Vorlage des letzten Steuerbescheids erbracht. Das Programm Wohnen mit Kind umfasst eine Laufzeit von 25 Jahren mit einer zehnjährigen Zinsbindung und einem effektiven Jahreszins von 1,46 %. Der minimale Bruttodarlehensbetrag liegt bei 15.000 Euro, der maximale bei 50.000 Euro.
  • Mit der Eigentumsfinanzierung BW – Z 15-Darlehen unterstütz das Land Baden-Württemberg mit einer Basisförderung Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind bei der Bildung von selbstgenutztem Wohneigentum. Seit dem 3. April 2018 gilt hinsichtlich der Einkommensgrenzen, dass das Haushaltseinkommen bei zwei Personen höchstens 57.000 Euro pro Jahr betragen darf. Dieser Höchstbetrag steigt bei jeder weiteren Person um 9.500 Euro. Sofern eine schwerbehinderte Person zum Haushalt gehört, erhöhen sich diese Einkommensgrenzen um 2.850 Euro. Für alleinstehende schwerbehinderte Antragsteller gilt die Einkommensgrenze von 57.000 Euro. Die Kreditzusage hängt jedoch nicht nur vom Haushaltseinkommen, sondern auch von der maximal zulässigen Belastung ab. Die L-Bank hat unter dem Link https://www.l-bank.de/ eine Übersicht bereitgestellt.
  • Das Programm Wohnen mit Zukunft: Erneuerbare Energien wendet sich an natürliche Personen, die die Immobilie selbst bewohnen, und gliedert sich bei identischen Konditionen in die Bestandteile Neubauten und Bestandsbauten auf. Antragsteller können zwischen einer zehn-, zwanzig- oder dreißigjährigen Laufzeit wählen und erhalten in jedem Fall eine zehnjährige Zinsbindung. Der beantragte Bruttodarlehensbetrag muss mindestens 5.000 Euro, aber höchstens 50.000 Euro betragen. Der Kredit kann auch dann von den Bewohnern in Anspruch genommen werden, wenn sie nicht die Eigentümer der Immobilie sind. Der effektive Jahreszins liegt abhängig von der Kreditlaufzeit zwischen 1,16 % (zehn Jahre Laufzeit) und 1,76 % (30 Jahre Laufzeit)
  • Wer sein Haus auf dem Land bauen möchte, kann eine Förderung aus dem Programm Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) in Anspruch nehmen. Die Förderungen werden von der L-Bank als Zuschüsse ausgezahlt, die Planung und Realisierung der ELR-Projekte erfolgt dezentral in den einzelnen Gemeinden. Fragen zur Förderung, Antragstellung und Bewilligung beantworten die Mitarbeiter der Referate 32 bei den Regierungspräsidien Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart und Tübingen.
  • Das Programm Finanzierung Familienzuwachs – Optionsdarlehen neu kommt in Betracht, wenn eine Basisförderung nicht möglich ist. Sie richtet sich an Alleinstehende und kinderlose Paare, die höchstens 45 Jahre alt sind sowie Familien, in denen minderjährige Kinder leben, die aber das Höchsteinkommen für die Basisförderung überschreiten. Sobald ein (weiteres) Kind geboren worden ist, können Familien mit der Ergänzungsförderung eine zusätzliche Zinsverbilligung erhalten. Mit dem dritten Kind, was zur Familie hinzukommt, wird anstelle der Zinsverbilligung ein Tilgungszuschuss gewährt. In diesem Fall müssen Familien jedoch die strengeren Einkommensvorgaben aus der Basisförderung erfüllen.

Die Details sowie Angaben zu weiteren Förderprogrammen können hier https://www.l-bank.de abgerufen werden.

Wohnungsbauförderung in Bayern

Im Freistaat Bayern werden vor allem junge Familien, die über ein geringes bis durchschnittliches Einkommen verfügen, mithilfe eines zinsgünstigen Kredits unterstützt. Der Förderkredit wird für den Kauf von neuen oder bereits vorhandenen Wohnimmobilien sowie den Bau von Wohnraum vergeben.  Zum Wohnraumbau zählen auch Gebäudeerweiterungen oder -veränderungen. Ob Familien in den Genuss dieser Förderung kommen, hängt vor allem von ihrem Jahresbruttoeinkommen ab.

Derzeit bietet das Land Bayern zwei Programme an:

  • Das Bayerische Wohnungsbauprogramm sieht die Vergabe von befristeten zinsgünstigen Krediten für den Bau oder Kauf eines Eigenheims oder einer Eigentumswohnung vor. Die Wohnimmobilie muss nicht selbstgenutzt sein, sondern kann auch verwandten oder verschwägerten Personen sowie Pflegeeltern oder –kindern zu einer ortsüblichen Vergleichsmiete zur Verfügung gestellt werden. Haushalten mit Kindern wird außerdem ein einmaliger Zuschuss von 2.500 Euro pro Kind gezahlt. Die Zinsbindung beträgt  15 Jahre bei einem Effektivzins von 0,57 %.
  • Das Bayerische Zinsverbilligungsprogramm beträgt maximal ein Drittel der förderfähigen Kosten, aber mindestens 15.000 Euro. Die Vergabe ist einkommensabhängig, die Förderung unterstützt den Neubau sowie Erst- und Zweiterwerb von Wohnimmobilien. Unter bestimmten Voraussetzungen erhöhen sich diese Grenzbeträge. Antragsteller müssen in der Lage sein, mindestens 20 % der veranschlagten Gesamtkosten aus ihrem Eigenkapital aufbringen zu können. Das Programm sieht Zinsbindungslaufzeiten zwischen zehn und 30 Jahren mit einem Effektivzins zwischen 0,83 und 2,12 % vor. Der Freistaat Bayern stellt in Zusammenarbeit mit der BayernLabo diese Förderprodukte bereit, nähere Informationen können unter www.bayernlabo.de eingesehen werden.

Wohnungsbauförderung in Berlin

In Kooperation mit der Investitionsbank Berlin (IBB) hat das Land Berlin mehrere Förderprogramme ins Leben gerufen. Dazu gehören Förderergänzungs- und Förderoptimierungsdarlehen sowie ein Kreditprogramm zur Wohnraummodernisierung. Keins von ihnen wendet sich jedoch unmittelbar an Hausbauer oder Käufer von Wohnimmobilien. Zu den Zielgruppen gehören beispielsweise Vermieter, Wohneigentümer, Wohnungseigentümergemeinschaften oder Mieter in Objekten des sozialen Wohnungsbaus, aber auch Besitzer von selbstgenutzten Wohnimmobilien, die in früheren Jahren Aufwendungsdarlehen oder Aufwendungshilfedarlehen der IBB in Anspruch genommen haben und sich nun um die Umschuldung kümmern müssen. Eine vollständige Übersicht über die aktuellen Förderungen gibt es hier: www.ibb.de

Wohnungsbauförderung in Brandenburg

In Brandenburg werden Förderungen über Darlehen und Zuschüssen realisiert.

  • Auf der Basis eines Darlehens wird für private Haushalte der Erwerb, Neu- und Ausbau von Wohneigentum in Innenstädten gefördert. Hierbei stehen insbesondere Förderungen innerhalb der sog. Fördergebietskulissen im Mittelpunkt. Die Grundförderung umfasst ein zinsloses Darlehen von 50.000 Euro, unter bestimmten Bedingungen (z. b. wenn Schwerbehinderte oder Kinder zum Haushalt gehören) sind weitere Darlehen oder Zuschüsse möglich. Für jedes nach der Kreditvergabe geborene Kind verringert sich das Darlehen um 5.000 Euro. Es müssen Einkommensobergrenzen eingehalten und eine Eigenleistung von mindestens 10 oder 15 % erbracht werden. Die Förderbedingungen beinhalten eine jährliche Tilgung von 3 %, ein einmaliges Entgelt von 2 % sowie ein jährliches Entgelt von 0,5 % der Restschuld. Die Darlehen sind 20 Jahre zinsfrei, darüber hinaus können Zusatzförderungen für bestimmte Personengruppen oder bautechnische Voraussetzungen beantragt werden. Der geförderte Wohnraum muss mindestens 20 Jahre selbst genutzt werden.
  • Mit der sog. Anschubfinanzierung wird die Schaffung von Wohnraum gefördert, der nach dem Bau oder der Sanierung an private Haushalte verkauft wird, die ihn selbst zu Wohnzwecken nutzen. Pro Quadratmeter Wohnfläche wird ein Darlehen von bis zu 1.800 Euro vergeben, das in den ersten drei Jahren zins- und tilgungsfrei ist. Sofern es sich um ein Gebäude mit mehreren Wohneinheiten handelt, darf eine von ihnen vom Investor selbst zu Wohnzwecken genutzt werden.
    Diese Konditionen gelten für beide Förderarten zunächst bis zum 31. Dezember 2019.

    Alle Förderprogramme werden unter der Adresse www.ilb.de ausführlich beschrieben.

Wohnungsbauförderung in Bremen

Bereits 2007 wurde in Bremen die klassische Wohnraumförderung für Privatleute eingestellt und nur kurzzeitig 2010 im Rahmen eines begrenzten Pilotprojekts aufgelegt. Das Land bietet derzeit über die Bremer Aufbau-Bank (www.bab-bremen.de) lediglich Neubau- und Modernisierungsförderungen für vermieteten Wohnraum sowie den Bremer Immobilienkredit, der sich ausschließlich an sanierungswillige Wohnungseigentümergemeinschaften richtet, an.

Wohnungsbauförderung in Hamburg

Die Basisförderung gliedert sich in drei Bereiche:

  • Mit dem IFB-Baudarlehen werden Familien, die über ein bestimmtes Höchsteinkommen verfügen, mit einem zinsgünstigen Darlehen unterstützt. Das Darlehen wird nur für die Neuerrichtung von Wohnimmobilien vergeben, die eine Mindestgröße haben müssen. Die maßgebliche Einkommenshöhe hängt von der Zahl der im Haushalt lebenden Familienmitglieder ab. Für eine vierköpfige Familie liegt die Einkommensgrenze z. B. bei 69.400 EUR brutto. Auch die Kredithöhe ist von der im Haushalt lebenden Personenzahl abhängig, ebenso die förderfähige Wohnfläche.  Die Höhe des Baudarlehens richtet sich nur nach der Zahl der in einem Haushalt lebenden Personen und nicht nach den zu erwartenden Baukosten. Für einen Single-Haushalt liegt die förderfähige Wohnfläche bei 60 qm, für jedes weitere Haushaltsmitglied erhöht sich die Fläche um 10 qm. Die Kredithöhe wird ermittelt, indem die förderfähige Wohnfläche mit dem Darlehenssatz multipliziert wird.
  • Das IFB-Aufwendungsdarlehen umfasst einen anfänglichen monatlichen Auszahlungsbetrag von höchstens 1,60 Euro pro Quadratmeter der förderungsfähigen Wohnfläche. Im Abstand von vier Jahren reduzieren sich die Auszahlungsbeträge um 0,40 Euro pro Quadratmeter förderungsfähiger Wohnfläche. Die Auszahlungsphase dauert insgesamt maximal 16 Jahre. Es wird eine Eigenleistung von mindestens 15 % der anerkannten Gesamtkosten erwartet.
  • Mit der Förderung für Energiesparendes Bauen wird eine energetisch optimierte Bauweise unterstützt. Sie wird nicht separat, sondern nur in Kombination mit der Eigenheimförderung gewährt. Für das Erreichen eines Passivhaus- oder Effizienzhaus-40-Standards werden 120 Euro und bei einem Niedrigstenergie-Haus 130 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche gezahlt.

Darüber hinaus bietet das Land Hamburg weitere Darlehen zur Förderung der Schaffung von privat genutztem Wohnraum:

  • Das FamilienStartDarlehen richtet sich an kinderlose Ehepaare oder Lebenspartnerschaften. Es wird für höchstens 30 Jahre einkommensunabhängig vergeben, der Kredit muss jedoch im Grundbuch nachrangig abgesichert werden. Wenn innerhalb von zehn Jahren ein Kind geboren oder adoptiert wird, ist eine Zinsverringerung um zwei bis drei Prozentpunkte möglich, sofern die in der Hamburger Eigenheimförderung festgelegten Einkommensgrenzen nicht überschritten werden. Antragsteller müssen von Beginn an ein Kinderzimmer einplanen.
  • Mit dem IFB-Ergänzungsdarlehen werden natürliche Personen unterstützt, die in Hamburg eine selbstgenutzte Wohnimmobilie kaufen oder bauen wollen. Die Vergabe beschränkt sich auf Kreditinstitute, die mit der IFB Hamburg eine Kooperationsvereinbarung für eine Durchleitung von KfW- sowie ergänzenden Finanzierungsdarlehen vereinbart haben. Das Darlehen beträgt maximal 100.000 Euro, Antragsteller können zwischen Laufzeiten von mindesten zehn Jahren (bei einem tilgungsfreien Anlaufjahr) und bis zu 30 Jahren (mit einem bis drei tilgungsfreien Anlaufjahren) wählen. Die Zinsbindung beträgt entweder zehn oder 15 Jahre.
  • Auch das IFB-Konstantdarlehen wendet sich an natürliche Personen, die in Hamburg eine Wohnimmobilie kaufen oder bauen und sie selbst nutzen wollen. Die Vergabe beschränkt sich auf Kreditinstitute, die mit der IFB Hamburg eine Kooperationsvereinbarung für eine Durchleitung von KfW- sowie ergänzenden Finanzierungsdarlehen vereinbart haben. Das Darlehen beträgt höchstens 100.000 Euro, die Laufzeit 25 Jahre bei einem tilgungsfreien Anlaufjahr.

Die Hamburgische Investitions- und Förderbank informiert unter www.ifbhh.de sehr ausführlich über alle aktuellen Förderprogramme.

Wohnungsbauförderung in Hessen

Das Land Hessen unterstützt mit dem Hessen-Baudarlehen den Bau oder Kauf von neu gebautem selbstgenutzten Wohneigentum. Das Darlehen ist auf 50 % der Gesamtkosten oder 115.000 EUR begrenzt. Es wird einkommensabhängig gewährt: Die Einkommensgrenze liegt derzeit bei jährlich 37.000 Euro für einen Zwei-Personen-Haushalt und erhöht sich für jedes weitere Haushaltsmitglied um 7.500 Euro. Für leibliche, Adoptiv- und Pflegekinder erhöht sich die Grenze um jeweils weitere 650 Euro. Wenn die Immobilie in Passivhausbauweise errichtet wird, kann sich das Darlehen um 20.000 EUR erhöhen. Für den Kauf einer gebrauchten Wohnimmobilie ist ein Darlehen von bis zu 100.000 EUR oder 50 % der Gesamtkosten möglich. In beiden Fällen setzt sich die Förderung aus einem bei der KfW-Bank refinanzierten Kapitalmarktdarlehen und einem Landesdarlehensanteil zusammen, der der Zinsverbilligung dient. Die Verzinsung erfolgt zu marktüblichen Konditionen.

Eine vollständige Übersicht über alle Wohnraumförderprogramme des Landes Hessen befindet sich hier: www.wibank.de

Wohnungsbauförderung in Mecklenburg-Vorpommern

Es werden keine Förderprogramme zugunsten des Kaufs oder Baus von selbstgenutztem Wohnraum bereitgestellt. Die aktuellen Förderprogramme des Landes beschränken sich auf Darlehen, die zur Modernisierung, Instandsetzung oder zum Umbau von Genossenschafts- oder Mietwohnungen verwendet werden. Auch Zuschüsse, die für den Abbau von Barrieren bei bestehenden Wohnimmobilien sowie der Erstellung von Immobilien für den sozialen Wohnungsbau  verwendet werden, gehören zum Förderumfang des Landes. Zu den Förderprogrammen weist dieser Link: www.lfi-mv.de

Wohnungsbauförderung in Niedersachsen

Die Förderung von Wohneigentum wird in Niedersachsen für Familien mit Kindern sowie Menschen mit Behinderungen betrieben.

  • Familien mit mindestens zwei Kindern erhalten beispielsweise einen Kredit bei einem Neubau oder Erstbezug einer Wohnimmobilie, sofern das Eigenheim mindestens ein KfW-Effizienz- oder Passivhaus ist. Die Darlehenshöhe ist von der Zahl der im Haushalt lebenden Kinder abhängig, wobei mindestens eines der Kinder jünger als 15 Jahre sein muss.
  • Auch beim Kauf einer Bestandsimmobilie, wenn das Haus oder die Wohnung aus- oder umgebaut oder erweitert und selbst genutzt wird, wird ein Darlehen vergeben. Dieses Angebot richtet sich an Haushalte mit mindestens drei Kindern, sofern die zusätzlich benötigte Wohnfläche wegen der Familiengröße erforderlich ist. Pro Quadratmeter wird ein Darlehen von bis zu 1.000 Euro vergeben, das jedoch auf insgesamt 15.000 Euro begrenzt ist.
  • Sofern mindestens drei Personen einem Haushalt angehören, kann mithilfe eines Darlehens altersgerechter Wohnraum erstellt werden. Das Darlehen ist auf 60 % der Baukosten begrenzt und muss mindestens 10.000 jedoch höchstens 75.000 Euro betragen.
  • Zusätzlich ist auch die Übernahme einer Landesbürgschaft in Höhe von mindestens 5.000 Euro für ein Darlehen bei einem Kreditinstitut möglich. Das Angebot richtet sich an Investoren, die selbstgenutzte oder vermietete Wohngebäude erstellen. Es werden Eigenleistungen erwartet, die in einem angemessenen Verhältnis zu den gesamten Kosten stehen.
  • Für Haushalte, in denen Schwerbehinderte mit einer außergewöhnlichen Gehbehinderung (Merkzeichen aG), Rollstuhlbenutzer, hochgradig Sehbehinderte, Blinde, Menschen mit einer Einstufung mindestens  in die Pflegestufe 2 oder Schwerkranke mit einem progressiven Krankheitsverlauf wie z. B. Multiple Sklerose leben, ist ebenfalls eine Förderung mithilfe eines Kredits vorgesehen. Die Bedingungen ähneln denen, die auch für Familien gelten. Auch die Übernahme einer Landesbürgschaft ist hier möglich. Für beide Gruppen gilt: Der Kredit ist in den ersten 15 Jahren bis zu einer festgelegten Einkommensgrenze zinsfrei, beträgt jedoch auch bei deren Überschreiten höchsten 2 %. Ab dem 16. Jahr orientiert sich der Zinssatz an dem des Kapitalmarkts, beträgt jedoch höchstens 6 %. An den Neu- oder Umbau werden spezifische Mindestanforderungen gestellt. 
    Das Gesamtprogramm der niedersächsischen Wohnraumförderung kann hier www.nbank.de abgerufen werden.

Wohnungsbauförderung in Nordrhein-Westfalen

Auch das Land Nordrhein-Westfalen legt seinen Schwerpunkt bei der Wohnraumförderung auf Familien und schwerbehinderte Personen und vergibt an diesen Personenkreis einkommensabhängige Darlehen. Unterstützt werden der Bau oder Kauf einer neuen Wohnimmobilie, die Schaffung von Wohnraum durch die Nutzungsänderung einer bereits vorhandenen Immobilie und der Kauf einer Bestandswohnimmobilie. Die Höhe des Grunddarlehens hängt von der Kostenkategorie ab, der die gewünschte Gemeinde zugeteilt wurde (K1 bis K4) und beträgt zwischen 60.000 und 100.000 Euro. Wenn zum Haushalt ein Kind und/oder eine schwerbehinderte Person gehören, wird ein Familienbonus von 15.000 Euro pro Person gewährt. Es gibt außerdem die Möglichkeit eines Zusatzdarlehens in Höhe von 10.000 Euro, wenn die Immobilie barrierefrei gebaut wird. Die Förderung umfasst darüber hinaus einen Tilgungsnachlass in Höhe von 7,5 %, der separat beantragt werden muss. Derzeit wird das Darlehen mit einem für 20 Jahre festen Zinssatz in Höhe von jährlich 0,5 % angeboten. Es werden u. a.  Mindestgrößen für Wohn- und Schlafräume erwartet; Förderdarlehen für Eigentumswohnungen in Hochhäusern sind ausdrücklich ausgeschlossen.  Näheres zu den Förderkonditionen aller Fördermaßnahmen gibt es hier: www.nrwbank.de

Wohnungsbauförderung in  Rheinland-Pfalz

Der private Wohnraumbau wird in Rheinland-Pfalz mit einem einkommensabhängigen Förderdarlehen unterstützt. Das Haushaltseinkommen darf die in § 13 Abs. 2 Landeswohnraumförderungsgesetz festgelegte Grenze nicht um mehr als 60 % übersteigen.

Die Darlehenshöhe beträgt maximal

  • 135.000 Euro in den Fördermietenstufen 1-2,
  • 160.000 Euro in den Fördermietenstufen 3-4 und
  • 175.000 Euro in den Fördermietenstufen 5-6.

Für das 3. und jedes weitere Kind erhöht sich die Darlehensobergrenze um 10 %.

Um herauszufinden, welcher Fördermietenstufe die gewünschte Gemeinde zugeordnet wurde, hat die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) eine Übersicht bereitgestellt. Das Darlehen setzt sich aus einem Grunddarlehen (= 30 % der Gesamtkosten) und ggf. einem oder mehreren Zusatzdarlehen (= jeweils 5 % der Gesamtkosten) zusammen. Zusatzdarlehen können z. B. je Kind, je schwerbehindertem Haushaltsangehörigem oder bei Haushalten, deren Einkommen die in § 13 Abs. 2 LWoFG genannte Grenze um nicht mehr als 10 % übersteigt, gegeben werden. Die aktuellen Zinssätze betragen pro Jahr  0,9 % bei einer zehnjährigen Zinsfestschreibung, 1,25 % bei 15 Jahren und 1,4 % bei 20 Jahren Zinsbindung. Danach werden jährlich 1,5 % verlangt. Die Antragsteller müssen mindestens 10 % der Gesamtkosten als Eigenkapital in die Finanzierung einbringen.

Die Programme zur Wohnraumförderung sind hier http://isb.rlp.de/ veröffentlicht.

Wohnungsbauförderung im Saarland

Auch im Saarland werden einkommensabhängig Förderkredite vergeben.
Der Sollzinssatz beträgt derzeit z. B. 0,7 % für zehn Jahre und 1,7 % pro Jahr für die restliche Laufzeit bei einer maximalen Kreditlaufzeit von 30 Jahren. Die Zinsbindung besteht über die gesamte Laufzeit des Kredits. Damit werden Kosten im Zusammenhang mit dem Neubau oder Kauf einer Wohnimmobilie sowie wesentliche Baumaßnahmen gefördert. Der Förderkredit ist auf bis zu 30 % der Gesamtkosten oder max. 500 Euro pro qm bei der Durchführung von wesentlichen Baumaßnahmen bzw. max. 600 Euro pro qm förderbarer Wohnfläche begrenzt. Das Saarland hat noch weitere Förderprogramme aufgelegt, mit denen beispielsweise der private Wohnungsbau von Familien zusätzlich zum Darlehen mit einem von der Kinderzahl abhängigen Tilgungszuschuss unterstützt wird. Das maximale Darlehen beträgt in diesem Fall 800 Euro pro qm förderbarer Wohnfläche oder 700 Euro pro qm, wenn es sich um wesentliche Baumaßnahmen handelt. Das vollständige Förderprogramm ist hier www.sikb.de einsehbar.

Wohnungsbauförderung im Freistaat Sachsen

Die Förderung des für Familien mit mindestens einem Kind konzipierten Programms zur Schaffung von Wohneigentum beträgt maximal 50.000 Euro je Kind. Das einkommensabhängige Darlehen wird zu einem Zinssatz von 0,75 % für jedes der 25 Jahre Laufzeit vergeben.  Eine weitere Voraussetzung für die Darlehensvergabe ist die Lage der Immobilie: Für Gemeinden, die nicht als Ober-, Mittel- oder Grundzentrum gelten, wird eine Förderung nur für bestimmte Lagen innerhalb der Ortschaften gewährt. Außerdem gilt für Neubauten, dass mit ihnen eine Baulücke geschlossen oder eine Brachfläche beseitigt wird. Eine vollständige Aufstellung der Förderprogramme ist hier veröffentlicht: www.sab.sachsen.de

Wohnungsbauförderung in Sachsen-Anhalt

Die Zielgruppe liegt hier sowohl beim Erwerb als auch beim Neubau bei Privathaushalten mit mindestens zwei Personen. Die Konditionen ähneln sich deutlich: Das Darlehen beträgt bis zu 65.000 Eero, die Zinsfestschreibung 10 Jahre bei einem Zinssatz von 2 %. Bei der Vergabe spielen eine Mindesteigenleistung der Antragsteller, Einkommensgrenzen sowie regionale Einschränkungen eine Rolle. Geht es um den Kauf oder Bau einer neuen Immobilie (Erstbezug), werden ein Zuschuss von 800 EUR pro Jahr und Kind für fünf Jahre sowie 5.000 EUR für jedes weitere Kind, das im Förderzeitraum von fünf Jahren geboren wird, gewährt. Die Investitionsbank Sachsen-Anhalt hat alle Informationen unter dem Link www.ib-sachsen-anhalt.de zur Verfügung gestellt.

Wohnungsbauförderung in Schleswig-Holstein

Das Land bietet mehrere Förderprogramme an, die private Bauherren, die ihre Wohnimmobilie selbst nutzen, mit einem Darlehen unterstützen. Hier kommen Neubau, Kauf oder Modernisierung für eine Förderung in Betracht. Die derzeit fünf Programme (Stand: Juni 2018) gehen von einem Mindestdarlehen von 15.000 bzw. maximal 100.000 Euro aus. Alle sehen mehrere Jahre Zinsbindung sowie einen Tilgungssatz von 2 oder 3 % pro Jahr vor. Ihnen ist außerdem gemeinsam, dass eine Eigenbeteiligung von 7,5 % der Gesamtkosten vorausgesetzt wird.

Die Investitionsbank Schleswig-Holstein hat hierzu ausführliche Informationen bereitgestellt: www.ib-sh.de

Wohnungsbauförderung im Freistaat Thüringen

Das Land Thüringen vergibt einkommensabhängige Förderkredite sowohl für Familien mit mindestens einem Kind als auch Haushalte mit mindestens einem Schwerbehinderten. Auch Ehepaare oder eingetragene Lebenspartnerschaften können bis zum Ende des zehnten Kalenderjahres nach der Heirat bzw. Eintragung die Förderung beantragen, sofern keiner der Partner zum Zeitpunkt der Antragstellung das 40. Lebensjahr vollendet hat. Mit dem Darlehen kann ein  Neubau, Umbau oder die Erweiterung von Wohnimmobilien finanziert werden. Wird das sog. Familienbaudarlehen beantragt, kann nicht gleichzeitig ein Darlehen aus dem Förderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau in Anspruch genommen werden. Allen Programmen ist gemeinsam, dass sie mit einer Tilgungshöhe von 3 % abgeschlossen werden.

Unter Thüringer Aufbaubank (www.aufbaubank.de) finden Sie weitere Informationen.

Bitte beachten Sie diese Hinweise:

Diese Aufstellung ist nur ein Auszug der von den Bundesländern bereitgestellten Fördermöglichkeiten. Alle haben jedoch grundsätzlich gemeinsam, dass sie vor dem Beginn der entsprechenden Maßnahme (Bau/Kauf/Modernisierung) beantragt werden müssen und es grundsätzlich keinen Rechtsanspruch der Antragsteller auf eine Förderzusage gibt.  Bei genauerer Betrachtung spiegeln sich auch teilweise die Haushaltssituationen der einzelnen Länder sowie jeweilige Förderschwerpunkte, die nach Naturkatastrophen oder Bevölkerungsentwicklungen gesetzt wurden, im Spektrum der Programme wider. Um den Bau oder Kauf einer Wohnimmobilie möglichst gut zu finanzieren, sollten genaue Informationen eingeholt werden, welche öffentlichen Förderungen möglich sind.  Neben den KfW- und Landesförderprogrammen gibt es in zahlreichen Kommunen eigene Programme, die oft nicht sehr bekannt sind. Der Gang ins Rathaus kann sich deshalb lohnen.

Letzte Aktualisierung: 15.06. 2018

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