Eigentum soll gefördert werden – das hat die Bundesregierung nun endlich beschlossen und beteiligt sich daher rückwirkend ab 01. Januar 2018 beim Eigenheimbau und Eigenheimkauf in Form der sogenannten Wohnraumoffensive. Insbesondere für Familien soll das neue Baukindergeld den Immobilienerwerb möglich machen: Die Preise im Immobiliensektor waren hier schon seit vielen Jahren ein Grund, warum immer weniger Familien den Schritt hin zum Häuslebauer gehen wollten.[1]

Die Bundesregierung hält mit der Umsetzung des Baukindergelds eines ihrer Wahlversprechen: Junge Familien waren eine stark umworbene Wählergruppe und die Förderung eben dieser jungen Familien hatte sich insbesondere die CDU auf die Fahnen geschrieben.

Was ist das Baukindergeld?

Unter dem Begriff Baukindergeld wird die staatliche Förderung verstanden, mit der jungen Familien beim Schritt hin zum Eigenheim finanziell unter die Arme gegriffen wird. Die Förderung gilt dabei nach dem Willen der Regierung für die ersten 10 Jahre. Dies ist erfahrungsgemäß genau der Zeitraum, der bei den meisten privaten Bauherren das größte finanzielle Risiko mit sich bringt.

Die Förderung im Rahmen des Baukindergelds beträgt bis zu 1.200 Euro pro Kind und pro Jahr: Die Höhe ist dabei von der Einkommenssituation der Familie abhängig.

Wichtig:
Das Baukindergeld fördert nach dem Willen des Gesetzgebers sowohl den Neubau von Wohnraum als auch den Erwerb von bereits bestehendem Wohnraum – es steht Familien daher frei, ob sie ein neues Eigenheim erschaffen oder eine bestehende Immobilie kaufen, um dort als Eigentümer den Traum von den eigenen vier Wänden wahr zu machen.

Wie hoch ist das Baukindergeld?

Bei der maximalen Fördersumme erhält eine Familie pro Jahr 1.200 Euro an Baukindergeld – pro Kind. Das macht bei einer Förderdauer von 10 Jahren ein stattliches Sümmchen: Insgesamt 12.000 Euro können Familien so zusätzlich für den Hausbau verwenden, ohne dafür einen Kredit aufnehmen zu müssen. Kinderreiche Familien profitieren natürlich entsprechend der Anzahl der Kinder: Mit jedem Kind erhöht sich die Summe um weitere 1.200 Euro pro Jahr.

Wie kommen Familien an das Baukindergeld?

Da das Gesetz zur Umsetzung des Baukindergeldes noch nicht verabschiedet wurde, sind die Bedingungen und Formalitäten vorerst unklar. Eins ist aber jetzt schon sicher: Übersteigt das Familieneinkommen die Summe von jährlich 75.000 Euro, gehört die Familie nicht mehr zu Kreis der Förderungsberechtigten. Jedes Kind wird hier allerdings zusätzlich mit einem Freibetrag von 15.000 Euro berücksichtigt.

Für Familie Müller mit den beiden Kindern Tim und Laura bedeutet das: Beide Eltern dürfen zusammen im Jahr nicht mehr als 75.000 Euro verdienen; da für Tim und Laura aber zusätzlich noch der Freibetrag in Höhe von 15.000 Euro pro Kind einschlägig ist, kommt Familie Müller auf ein maximales Haushaltseinkommen von 105.000 Euro. Liegt das Einkommen der Familie darüber, kommt eine Förderung durch das neue Baukindergeld nicht in Betracht.

Wichtig:
Kinder, die erst nach dem Immobilienkauf geboren werden, können keinen zusätzlichen Förderbedarf mehr generieren. Das ist für Paare, die noch mitten in der Familienplanung stecken, ein relevanter Nachteil – denn oft ist die Hoffnung auf Nachwuchs die Triebfeder für den Eigenheimbau.

Die viel diskutierte Wohnflächen Obergrenze ist demgegenüber keine Förderungsvoraussetzung: Hier hatte es in der Großen Koalition scheinbar unüberwindbare Dissonanzen gegeben – von einer „Deckelung“ war hier oft die Rede. Nun ist aber klar: Eine Wohnflächen Obergrenze wird das Gesetz zum Baukindergeld nicht enthalten.

Ist das Baukindergeld ein Vorteil für junge Familien?

Auch, wenn die Beschlüsse zum Baukindergeld lange Zeit unter Beschuss standen: Für junge Familien bietet das Baukindergeld eine echte Unterstützung auf dem Weg ins Eigenheim. Da die zum Teil exorbitant hohen Immobilienpreise viele Familien vom Bauen bzw. vom Eigentumserwerb abhielten, kann das Baukindergeld gerade in der schwierigen Anfangszeit eine spürbare finanzielle Erleichterung bedeuten.

Eigener Wohnraum wird durch das Baukindergeld bezahlbarer – und auch realistischer. Zwar ist es auch mit der Förderung durch das Baukindergeld nicht möglich, alle finanziellen Verpflichtungen abzudecken: Dennoch rückt der Traum von den eigenen vier Wänden damit auch für die Familien in greifbare Nähe, für die das bisher finanziell völlig ausgeschlossen war.

Bringt das Baukindergeld Nachteile mit sich?

Kritiker sehen in der Förderung durch das Baukindergeld die Gefahr, dass genau die Familien zum Eigentumserwerb motiviert werden, die sich dies eigentlich gar nicht leisten können. Die Gefahr der Überschuldung wird dabei womöglich ausgeblendet. Das Risiko bestand aber, insbesondere wegen der momentan günstigen Zinsen, auch vor den Beschlüssen zum Baukindergeld schon.

Ein zweiter Kritikpunkt betrifft die Kosten, die das Baukindergeld verursacht: Experten schätzen, dass die Förderung den deutschen Staat circa 3,5 Milliarden Euro kosten wird. Das ist ein Posten, der angesichts der immer knappen Haushaltskassen schwer wiegt.

Schließlich und endlich steht das Baukindergeld auch in der Kritik, weil sich eine Förderung auch auf andere Art und Weise bewerkstelligen ließe. So zum Beispiel in Form einer Senkung der Erwerbsnebenkosten oder durch eine Reform der Grunderwerbssteuer.

[1] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/597304/umfrage/immobilienpreise-alle-baujahre-in-deutschland/

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