Der englische Wortbestandteil „Forward“ weist bereits darauf hin, was im Kern gemeint ist: Der Kredit richtet sich „vorwärts“, ist also in die Zukunft gerichtet. Er wird oft eingesetzt, wenn es darum geht, für den laufenden Kredit eine Anschlussfinanzierung zu finden.

Seine beiden Hauptmerkmale sind:

  1. Die jeden Monat zu zahlende Rate (Zins zuzüglich Tilgung) bleibt über die gesamte Laufzeit hinweg konstant. Diese Variante wird auch als Annuitätendarlehen bezeichnet.
  2. Das vereinbarte Darlehen wird erst später gezahlt, wenn der aktuelle Kreditvertrag ausgelaufen ist. Diese Vorlaufzeit kann bis zu fünf Jahren betragen.

 

Wozu ein Forwarddarlehen?

Wer ein Forwarddarlehen abschließt, tut dies mit der Befürchtung, dass die Hypothekenzinsen nach dem Ende der Laufzeit des aktuellen Darlehens deutlich angestiegen sein könnten. Der Wunsch dahinter ist also, von den derzeit günstigen Kreditzinsen auch noch Jahre später zu profitieren. Für die Banken hat diese Kreditvariante den Vorteil, dass sie bereits etliche Jahre im Voraus ihren Refinanzierungsbedarf einschätzen können.

 

Forwarddarlehen und dessen Vorteile

Trotz des in den letzten Jahren stetig gesunkenen Kreditzinssatzes scheinen deutsche Verbraucher für diese Form der Anschlussfinanzierung nur eine gebremste Begeisterung aufbringen zu können: Während im Jahr 2011 im Durchschnitt noch 12,8 % der Immobilienfinanzierungen auf das Forwarddarlehen entfielen, sank sein Anteil 2012 auf durchschnittlich 12,15 %. 2013 wurden nur noch 11,65 % der Immobilienfinanzierungen auf dieser Grundlage abgeschlossen (Quelle: EUROPACE, Mai 2014).Am 5. Juni 2014 hat die Europäische Zentralbank mit Wirkung zum 11. Juni 2014 den Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte auf 0,15 % gesenkt. Doch bereits davor war das Zinsniveau so niedrig, dass man hätte davon ausgehen müssen, dass vor allem das Geschäft mit Forwarddarlehen von dieser Entwicklung profitiert hätte.

Da dies nicht der Fall ist, sollten nun den Vorteilen die Nachteile gegenübergestellt werden:

 

Forwarddarlehen und dessen Nachteile

Fachleute glauben nicht daran, dass Immobilienkredite in absehbarer Zeit deutlich teurer werden. Aus ihrer Sicht ist so eine Wette auf steigende Immobilienkredite nicht sehr sinnvoll, wenn nicht sogar überflüssig.  Diese Einschätzung wird noch dadurch verstärkt, dass die Kreditinstitute einen Zinsaufschlag für jeden im Vorfeld garantierten Monat Zinssicherheit erheben. Dieser Aufschlag liegt derzeit bei einer Vorlaufzeit von zwei Jahren bei durchschnittlich 0,5 Prozentpunkten, bei drei Jahren werden 0,73 Prozentpunkte aufgeschlagen. Durch die oft sehr langfristige Bindung können Bankkunden keine Alternativen wählen, die sich möglicherweise während der Vorlaufzeit ergeben hätten. Allerdings sind die Kreditnehmer mit dem Forwarddarlehen auf der sicheren Seite und müssen sich um die Kreditzinsentwicklung keine größeren Sorgen machen. Derzeit verzichten manche Banken sogar bei Vorlaufzeiten von bis zu einem Jahr ganz auf die sonst üblichen Zinsaufschläge.

 

Kaufen statt Mieten

 

 

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