Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts und die weltweit größte nationale Förderbank. 80 % ihres Kapitals werden von der Bundesrepublik Deutschland und 20 % von allen Bundesländern gehalten. Seit ihrer Gründung im Dezember 1948 hat sich ihr Aufgabenbereich deutlich verändert: Während sie damals den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Mitteln des Marshallplans unterstützen sollte, hat sie heute inländische und internationale Förderaufgaben. Wer sich aktuell mit den Themen Hausbau oder Sanierung beschäftigt, kommt an ihr kaum noch vorbei. Die KfW hat eine Reihe von Förderprogrammen aufgelegt, die die Errichtung von Wohneigentum, Gebäudesanierung nach definierten energetischen Standards, Wohnraummodernisierungen, den Neubau von Gebäuden mit niedrigem Energiebedarf sowie Fotovoltaikanlagen unterstützen. Je nach Programminhalt werden einmalige Zuschüsse gezahlt oder zinsgünstige Kredite vergeben.
Die Mittel werden im Rahmen ihrer Verfügbarkeit gewährt. Antragsteller haben auch dann keinen Rechtsanspruch auf eine Bewilligung, wenn sie die formalen Voraussetzungen für die Gewährung eines Kredits oder eines Zuschusses erfüllen.
Bau- oder Sanierungsmaßnahmen dürfen erst begonnen werden, wenn die Förderzusage durch die KfW erfolgt ist.

 

Vorteil der Inanspruchnahme von KfW-Förderprogrammen

Die Inanspruchnahme von KfW-Förderprogrammen kann Hausbauern, Wohnungskäufern oder Sanierern bares Geld sparen. Wir stellen unseren Lesern hier die wichtigsten Informationen über die einzelnen Programme vor, beschränken uns aber auf die Zielgruppe der Privatpersonen.

 

Voraussetzungen für die Inanspruchnahme von KfW-Förderprogrammen

Die Inanspruchnahme von Förderprogrammen ist an formale Voraussetzungen gebunden.

  • Beginnend mit dem Zeitpunkt der Beantragung bis zur Bestätigung im Anschluss an die Fertigstellung der Baumaßnahme ist für die Inanspruchnahme von einigen Förderprogrammen ein anerkannter Sachverständiger zu beauftragen, der der Aufstellung auf der Seite www.energie-effizienz-experten.de entnommen werden kann. Der Sachverständige darf wirtschaftlich nicht in das Bauvorhaben einbezogen sein. Alle Kredite werden nicht unmittelbar mit der KfW, sondern mit den Finanzierungsinstituten (Banken, Sparkassen, Versicherungen) abgewickelt, die auch die Ansprechpartner für die Kreditnehmer sind. Die Kredite aus KfW-Förderprogrammen werden zu 100 % ausgezahlt und dürfen nicht für Umschuldungen oder nach Finanzierungen genutzt werden.

  • Sofern die einzelnen Förderprogramme mit anderen öffentlichen Fördermitteln kombiniert werden können, gilt immer die Beschränkung, dass die Gesamtsumme der Förderung nicht höher sein darf als die förderfähigen Kosten. Nähere Angaben hierzu finden sich in den einzelnen Merkblättern, auf die nach jeder Programmbeschreibung jeweils verwiesen wird.

 

 

Programme der KfW für Neubauten

KfW-Programm 153:
Förderung für energieeffizient Bauen (KfW-Effizienzhaus 55, 40 oder 40 Plus oder vergleichbares Passivhaus)

Mit dem Programm 153 „Energieeffizient Bauen“ kann sowohl ein Tilgungszuschuss von bis zu 15.000 EUR als auch ein Kredit in Anspruch genommen werden. Um einen Kredit zu erhalten, muss ein Wohngebäude gekauft oder erstmalig erworben werden, das mindestens den Vorgaben eines KfW-Effizienzhauses (KfW-Effizienzhaus 55, 40 oder 40 Plus) entspricht. Der Kredit beträgt pro Wohneinheit maximal 100.000 EUR, die Höhe des Tilgungszuschusses ist vom erreichten Effizienzhauses-Standard abhängig. Ferien- oder Wochenendimmobilien werden nicht gefördert. Das Programm ist grundsätzlich mit anderen Förderprogrammen kombinierbar. Ein Merkblatt zum Download gibt es unter www.kfw.de.

 

KfW-Programm 274:
Förderung erneuerbare Energien (Standard -Photovoltaik)

Das Förderprogramm 274 „Erneuerbare Energien - Standard -Photovoltaik“ unterstützt mit einem Kredit die Anschaffung von Solaranlagen zur eigenen Stromerzeugung. Sofern mit dem Aufbau oder einer Erweiterung von gebrauchten Anlagen eine signifikante Leistungssteigerung erzielt wird, kann der Kredit auch hierfür beantragt werden. Der mit der Photovoltaikanlage erzeugte Strom muss zumindest teilweise in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Mit dem Programm wird auch die Anschaffung eines Batteriespeichers unterstützt. Da sich die Förderung neben Privatpersonen auch an Unternehmen und Organisationen richtet, ist der maximale Förderkredit mit 25 Mio. Euro sehr hoch und kann zu einem effektiven Zinssatz ab 1,1 % p. a. in Anspruch genommen werden. Die Inanspruchnahme eines Kredits aus diesem Förderprogramm kann nicht mit anderen KfW- oder ERP-Programmen kombiniert werden. Das Merkblatt wird hier zur Verfügung gestellt: www.kfw.de

 

KfW-Programm 275:
Förderung erneuerbare Energien (Speicher)

Wenn eine Photovoltaikanlage mit einem Batteriespeicher kombiniert werden soll, bietet sich die Beantragung eines Kredits aus dem Förderprogramm 275 „Erneuerbare Energien - Speicher“ an. Bei den zu fördernden Anlagen darf es sich nicht um Eigenbau, Prototypen oder gebrauchte Anlagen handeln. Mithilfe des Tilgungszuschusses von bis zu 25 % der förderfähigen Kosten wird die Kreditbelastung reduziert. Die Höhe des Tilgungszuschusses sinkt, je später die Förderung für den Kauf eines Batteriespeichers beantragt wird: Das Programm ist bis zum 31.12.2018 befristet, von 25 % ausgehend verringert sich der Tilgungszuschuss an jedem 1.1. und 1.7. eines Kalenderjahres um 3 Prozentpunkte, sodass er im zweiten Halbjahr 2018 den niedrigsten Wert von 10 % erreicht. Dieses Programm kommt auch für die Nachrüstung von Photovoltaikanlagen infrage, die ab dem 1. März 2016 in Betrieb gegangen sind. Eine vollständige Übersicht kann hier www.kfw.de abgerufen werden.

 

 

KfW-Programme zur Schaffung von Wohneigentum

Die beiden folgenden Programme der KfW haben ausschließlich das Ziel, die Schaffung von Wohneigentum zu fördern.

KfW-Programm 124:
Förderung durch das KfW-Wohneigentumsprogramm

Der Kredit aus dem Programm 124 „KfW-Wohneigentumsprogramm“ dient der Unterstützung beim Bau oder Kauf eines selbstgenutzten Eigenheims oder einer Eigentumswohnung. Pro Vorhaben wird eine Kreditsumme von bis zu 50.000 EUR ausgezahlt bei einem effektiven Zinssatz ab 0,9 pro Jahr %. Dieser Kredit kann auch mit weiteren KfW-Förderprogrammen kombiniert werden. Die genauen Konditionen sind hier www.kfw.de veröffentlicht.

 

KfW-Programm 134:
Förderung des Erwerbs von Anteilen an einer Genossenschaft (KfW-Wohneigentumsprogramm)

Mit einem Kredit aus dem Programm 134 „KfW-Wohneigentumsprogramm - Genossenschaftsanteile“ wird Privatpersonen der Erwerb von Genossenschaftsanteilen erleichtert, wenn diese für selbst genutzten Wohnraum verwendet werden. Der Förderkredit beträgt pro Vorhaben bis zu 50.000 Euro bei einem jährlichen effektiven Zinssatz ab 0,9 %. Eine außerplanmäßige Tilgung ist ebenso kostenfrei möglich wie eine Kombination mit anderen öffentlichen Fördermitteln. Das zugehörige Merkblatt wurde gemeinsam für die Programme 124 und 134 erstellt (www.kfw.de).

 

 

Programme der KfW für Bestandsimmobilien

Da Überschneidungen zu Förderprogrammen bestehen, die auch für Neubauten gedacht sind, soll an dieser Stelle nur kurz auf bereits oben beschriebene Förderprogramme hingewiesen werden: Aus dem Bereich der erneuerbaren Energien und der Photovoltaik können auch für bereits bestehende Gebäude Kredite aus dem Programmen 274 und 275 genutzt werden. Auch die Kredite zur Förderung des Wohneigentums aus den Programmen 124 und 134 können für die Finanzierung beim Erwerb von Bestandsimmobilien eingesetzt werden.

 

 

Programme der KfW für energieeffiziente Sanierung

Für eine energieeffiziente Sanierung mithilfe von KfW-Förderprogrammen werden derzeit vier Bausteine angeboten:

KfW-Programm 151:
Förderung für energieeffizient Sanieren mit einem Kredit

Für einen Kredit aus dem Förderprogramm 151 „Energieeffizient Sanieren - Kredit“ spielt es keine Rolle, ob bereits vorhandener Wohnraum energetisch saniert oder sanierter Wohnraum gekauft werden soll. Pro Wohnhaus oder Wohnung beträgt die Kredithöhe maximal 100.000 EUR, sofern ein KfW-Effizienzhausstandard erreicht wird. An diesem erreichten Standard orientiert sich auch die Höhe des Tilgungszuschusses, der bis zu 27.500 Euro betragen kann. Einzelmaßnahmen wie z. B. Wärmedämmungen oder die Erneuerung von Außentüren oder Fenstern werde mit einem Kreditvolumen von 50.000 EUR pro Maßnahme unterstützt. Für die sanierte oder zu sanierende Immobilie darf die Bauanzeige oder der Bauantrag nicht nach dem 31.12.2001 gestellt worden sein. Die Details können hier www.kfw.de eingesehen werden.

 

KfW-Programm 430:
Förderung für energieeffizient Sanieren mit einem Investitionszuschuss

Beim Förderprogramm 430 „Energieeffizient Sanieren - Investitionszuschuss“ wird, wie der Name schon sagt, anstelle eines Kredits ein einmaliger Zuschuss von bis zu 30.000 EUR pro Wohneinheit gezahlt. Diese beiden Förderprogramme können zwar mit anderen öffentlichen Forderungen, aber nicht miteinander kombiniert werden.

 

KfW-Programm 167:
Förderung für energieeffizient Sanieren durch einen Ergänzungskredit

Das Förderprogramm 167 „Energieeffizient Sanieren - Ergänzungskredit“ unterstützt mit bis zu 50.000 EUR Kreditvolumen die Umstellung einer Heizungsanlage auf erneuerbare Energien in Wohngebäuden. Dieses Angebot gilt für die Umrüstung von Heizungsanlagen, die spätestens am 31. Dezember 2008 installiert worden sind. Nähere Informationen stellt dieses Merkblatt www.kfw.de bereit.

 

KfW-Programm 431:
Förderung der Baubegleitung, wenn Sie energieeffizient Sanieren

Im Zusammenhang mit einer energetischen Wohnraumsanierung übernimmt die KfW im Rahmen des Programms 431 „Energieeffizient Sanieren - Baubegleitung“ 50 % oder bis zu 4.000 EUR für die professionelle Planung und Baubegleitung durch einen qualifizierten Sachverständigen. Dieses Fördermodul kann nur mit den Programmen 151/152, 153 oder 430 kombiniert werden. Da sich die Förderkonditionen an unterschiedlichen Stichtagen orientieren, hat die KfW mehrere entsprechende Merkblätter erstellt, die unter dem Link www.kfw.de abgerufen werden können.

 

 

Welches KfW-Programm passt

Die KfW-Bank hat unter www.kfw.de eine Möglichkeit geschaffen, mit dem Interessenten das für sie richtige Produkt finden können.

 

Hinweis:
Die letzte Aktualisierung erfolgte am 02. Januar 2017
Wir sind bestrebt, die Inhalte immer auf dem aktuellsten Stand zu halten. Wir übernehmen aber keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen.

 

Kaufen statt Mieten

 

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