Baufinanzierungsberatung

Nach wie vor ist der Kauf einer Immobilie eine der sichersten Altersvorsorgelösungen überhaupt. Denn auch wenn die Immobilienpreise in den letzten Jahren in einigen Regionen stark geklettert sind, können sich noch immer viele Arbeitnehmer den Kauf einer Immobilie oder den Neubau dank stabil niedriger Zinsen leisten. Da macht es auch Sinn genauer hinzusehen, welche Kreditvariante Sie bevorzugen bzw. mit welcher Art von Darlehen Sie sich am wohlsten fühlen. Immer beliebter wird dabei das Volltilgerdarlehen. Es bietet ein hohes Maß an Zinssicherheit – diese wird allerdings mit einem völligen Verzicht auf Flexibilität erkauft.

Was genau ist eigentlich ein Volltilgerdarlehen?

Als Volltilgerdarlehen bezeichnet man ein Darlehen, bei dem am Ende der Laufzeit keine Restschuld mehr verbleibt. In aller Regel werden für Volltilgerdarlehen Annuitätendarlehen genutzt.

Das heißt, Sie vereinbaren am Anfang der Laufzeit eine Zins- und Tilgungshöhe. Diese legt über den kompletten Zeitraum die Höhe der monatlichen Zahlung fest. Aber schon mit der ersten Zahlung sinkt der Darlehensbetrag und damit auch die zu zahlenden Zinsen. Die länger Sie das Darlehen abbezahlen, desto niedriger wird die jeweilige Summe, die Sie an Zinsen zahlen und desto höher steigt die Tilgungssumme mit jeder monatlichen Zahlung.

Der größte Unterschied zu einem klassischen Annuitätendarlehen ist dabei der, dass hier am Ende keine Restschuld verbleibt – Sie brauchen sich also um das Thema Anschlussfinanzierung keine Gedanken machen. Dafür sind die Tilgungssätze in der Regel höher, als bei einem klassischen Annuitätendarlehen – der komplette Darlehensbetrag muss ja innerhalb der Vertragslaufzeit von 10, 15, 20 oder 30 Jahren zurückgezahlt werden.

Vorteile

Zinsentwicklungen können Ihnen bei einem Volltilgerdarlehen vollkommen egal sein. Wenn die Kreditlaufzeit beendet ist, ist auch Ihr Kredit abbezahlt. Dazu kommt, dass Sie durch die höheren Tilgungssätze zumeist schneller mit der Abzahlung Ihres Kredites fertig sind, als bei einer klassischen Immobilienfinanzierung.

Das wiederum hat zur Folge, dass Sie unter dem Strich bis zu 50 % Zinskosten sparen können, wenn man einmal die Zinskosten im Fall eines Volltilgerdarlehens bis zur kompletten Abzahlung mit denen eines Darlehens mit Restschuld vergleicht.

Dazu kommt, dass viele Banken und Kreditinstitute Ihnen für ein Volltilgerdarlehen einen Bonus gewähren. Die Bank hat durch ein Volltilgerdarlehen die Sicherheit, dass hier keine Sonderzahlungen oder Ähnliches die Zinseinnahmen in dem vereinbarten Zeitraum gefährden. Darüber hinaus ist ein Volltilgerdarlehen oftmals eine Vereinbarung über 20 und mehr Jahre und mit vergleichsweise hohen Tilgungsraten verbunden. Das belohnt die Bank, indem oftmals bis zu 0,3 Prozent geringere Zinsen erhoben werden.

Vorteile im Überblick:

  • momentan günstige Konditionen bei den meisten Banken
  • hohe Sicherheit für den Kunden
  • keine Anschlussfinanzierung nötig
  • Zinsschwankungen spielen für Sie keine Rolle mehr

Übrigens:
Sollten die Zinsen wirklich einmal deutlich in den Keller gehen und noch besser stehen, als zum Abschluss Ihres Kredites, können Sie diesen Vorteil oftmals dennoch nutzen. Denn auch bei einem Volltilgerdarlehen haben Sie die Möglichkeit als Verbraucher Ihren Kreditvertrag nach 10 Jahren zu kündigen. Das Sonderkündigungsrecht des § 489 BGB bleibt unberührt und sichert Ihnen zu, dass Sie zwar absolute Zinssicherheit haben, sich aber trotzdem noch nach günstigeren Angeboten umsehen können, wenn die 10 Jahre seit Kreditauszahlung vergangen sind.

Nachteile

Doch so groß die Vorteile eines solchen Volltilgerdarlehens in Sachen Zinssicherheit etc. auch sind – diese Darlehensart bietet auch Nachteile. So ist ein Volltilgerdarlehen von vorne bis hinten durchgeplant. Der Zins- und Tilgungsplan, der hier zu Beginn der Finanzierungslaufzeit erstellt wird, ist bis zuletzt bindend. Es gibt keine Möglichkeit Sondertilgungen vorzunehmen oder Ratenpausen zu vereinbaren.

Viel mehr passiert es sogar häufig, dass in Fällen, in denen Sie die Rate für einen Monat oder für einen längeren Zeitraum nicht zahlen können, Strafzinsen fällig werden. Dazu kommt, dass die finanzielle Belastung im Rahmen eines Volltilgerdarlehens zumeist höher ist, als bei einem Annuitätendarlehen mit Restschuld. Da hier auf einen festgeschriebenen Zeitraum eine komplette Tilgung erfolgen soll, muss die Tilgungsrate natürlich hoch genug sein, um auch den vollen Betrag zurückführen zu können.

Diese Schwierigkeit kann man mit einem langen Zeitraum von bis zu 30 Jahren umgehen oder zumindest etwas abfedern.

Nachteile im Überblick

  • wenig Flexibilität während der Kreditlaufzeit
  • in der Regel keine Ratenpausen möglich – bei Zahlungsausfall drohen Strafzahlungen
  • vergleichsweise hohe monatliche finanzielle Belastung

Für wen eignet sich ein Volltilgerdarlehen?

Ein Volltilgerdarlehen ist für Sie die richtige Wahl, wenn Sie:

  • Ihren Kredit so schnell wie möglich abbezahlen möchten
  • in der Lage sind eine vergleichsweise hohe monatliche Belastung dauerhaft zu tragen
  • auf den kompletten Zeitraum gesehen Zinskosten einsparen möchten
  • großen wert auf Zinssicherheit für den kompletten Tilgungszeitraum leben

Fazit

Statistisch gesehen werden Volltilgerdarlehen eher von einkommensstarken Kreditnehmern in Anspruch genommen. Das macht auch Sinn, denn auch wenn Sie unter dem Strich mit einem Volltilgerdarlehen eine Menge Geld sparen können, müssen Sie sich die monatlich höhere Belastung erst einmal leisten können. Außerdem müssen Sie bereit sein, auf Sondertilgungen und Ratenpausen komplett zu verzichten. Wenn diese Punkt gegeben sind, bringt Ihnen ein Volltilgerdarlehen einen oftmals günstigeren Zinssatz und den auch noch für die komplette Finanzierungsphase fest gesichert.

 

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